Ein zahnärztlicher Behandlungsfehler liegt vor, wenn der Zahnarzt gegen
den anerkannten und gesicherten Stand der zahnärztlichen Wissenschaft im
Zeitpunkt der zahnärztlichen Behandlung verstößt.

Bei zahnärztlichen Behandlungen handelt es sich insbesondere um die
Versorgung mit Implantaten, mit Zahnprothesen (festsitzend oder
herausnehmbar), mit Brücken, mit Kronen und mit Veneers sowie um
Wurzelkanalbehandlungen, Wurzelspitzenresektionen und Zahnextraktionen.

Auch bei der Anästhesie (Infiltrationsanästhesie, Leitungsanästhesie,
Vollnarkose) kann es zu erheblichen Schädigungen kommen. Insbesondere
bei der Leitungsanästhesie im Unterkiefer kann es zu einer Schädigung
von Nerven mit der Folge von vorübergehenden oder dauerhaften Lähmungen
der betroffenen Zungenhälfte, Unterkieferseite oder Lippenseite kommen.

Der Zahnarzt muss den Standard während der gesamten Zahnarztbehandlung
anwenden, angefangen von der Anamnese, der Befunderhebung, der Planung,
der Aufklärung und Beratung des Patienten über die Therapiewahl und
Operationstechnik nebst Risiken der gewählten Anästhesie, das
Operationsmanagement, Anweisungen an die zahnärztlichen Mitarbeiter und
an das Dentallabor bzw. an den Zahntechniker bis zur Überwachung und
postoperativen Versorgung, der Sicherung des Behandlungserfolgs, der
therapeutischen Hinweise bzw. Pflegehinweise und der
Abschlussuntersuchung. Auch muss der Zahnarzt eine ordnungsgemäße
schriftliche Dokumentation der Behandlung vornehmen.

Die Unterscheidung zwischen dem Vorliegen eines Behandlungsfehlers und
einer noch vertretbaren Behandlungsweise des Zahnarztes ist schwierig
und erfordert eine eingehende Ermittlung der Handlungen des Zahnarztes
und eine eingehende Kenntnis der Rechtsprechung zu zahnärztlichen
Behandlungsfehlern. Aufgrund der sich weiter entwickelnden Technik kann
eine zahnärztliche Behandlung, die noch vor einigen Jahren dem
zahnmedizinischen Standard entsprach, schon wenige Jahre später einen
zahnärztlichen Behandlungsfehler darstellen.

Ist die Behandlung für den Patienten vollkommen unbrauchbar und muss
wiederholt werden, steht dem Zahnarzt kein Vergütungsanspruch zu. Eine
bereits gezahlte Vergütung kann der Patient zurückfordern.